Sebald-Forum

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Start: 4. September 2006


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Eintrag 37 vom 14.04.2008 um 10:12:48
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Ach, und noch was:

In der elektronischen Version der Oeconomischen Encyclopädie von Johann Georg Krünitz wird das Verb "aufschwänzen" foldendermaßen erklärt:

Beide Wortdeutungen sind sehr interessant:

* Aufschwänzen, wird von den Stallknechten die Verrichtung genennet, wenn sie bei garstigem Wetter und Wege, ihren Pferden die Spitze des Schweifes entweder mit diesen Haaren selbst, oder auch wohl nur mit einem kleinen Strohseil in die Höhe vest zusammen binden, damit durch den langen Schweif weder die Pferde, noch vermittelst des Schweifes=Umschlagen das Geschirr so sehr voll Koth beschmieret werden können.
Bei den Köchen heißt Aufschwänzen, wenn sie die Hechte insonderheit, als welche sich am besten darzu schicken, nachdem sie am Bauche aufgeschnitten, und das Eingeweide herausgenommen, gegen den Kopf zu bei den Gräten, auf beiden Seiten aufschlitzen, selbige dermaßen zusammen krümmen, daß sie mit dem Schwanze das Maul berühren, durch welches er oftmahls sogar, gezogen wird; wie sie denn vorher unten den Kopf auch wohl durchschneiden, daß er sich recht breit drücken laße, und in solcher Form den Fisch sieden und auftragen.

Eintrag 36 vom 14.04.2008 um 10:05:28
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Hallo Anton und herzlichen Dank für Ihre Sebald-Antwort.

Beim Wort "aufgeschwanzt" verstehe ich immer noch nicht die Körperhaltung der Frau.
Ich dachte, dass es sich hierbei um eine Nixenmetapher handelt, denn in den folgenden Zeilen heißt es ja "mit ihrer gespaltenen Flosse". Oder ist damit eigentlich die Scham gemeint? Sie sitzt aber hinter ihm und streicht ihm dabei über die Eichel.

In der französischen Übersetzung heißt es außerdem "...la femme insatisfaite du naturaliste avec sa queue de poisson est assise derrière lui, et de sa negeoire fendue caresse son gland qui bat autant que son coeur."

Interessant ist die englische Übersetzung, wo es heißt "...while the naturalist's neglected wife, gaudily dressed, sits beside him and with her split fin strokes the glans that throbs like his heart."

Über jede weitere Hilfe wäre ich äußerst dankbar.

Beste Grüsse aus Athen

Iannis

Eintrag 35 vom 13.04.2008 um 11:56:52
Name:distler anton
Herkunft:deutschland / schweiz
Eintrag:es könnte sich um eine region im südwesten rumäniens handeln. "aufgeschwanzt" ist in diesem erotischen bild evt. ein etwas schöner umschriebener ausdruck für das vulgäre "geil". im zusammenhang liesse sich natürlich annehmen, dass die frau aufgeregt, nervös und unzufrieden ist, wie der sprichwörtliche hausdrachen.

Eintrag 34 vom 11.04.2008 um 10:10:51
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Nach der Natur: Einen ganzen Sommer verbringt er [Steller]
über die Zettelwirtschaft gebeugt,
während die zu kurz gekommene Frau
des Naturforschers aufgeschwanzt
hinter ihm sitzt und mit ihrer gespaltenen
Flosse ihm über die wie sein Herz
klopfende Eichel streicht.

Versteht jemand was hier mit "aufgeschwanzt" gemeint sein könnte?

Eintrag 33 vom 09.04.2008 um 16:38:26
Name:Iannis Kalifatidis
Herkunft:Athen, Griechenland
Eintrag:Nach der Natur: Beim Gespräch zwischen Erzbischof Theophon und Steller ist die Rede von einer Region namens Dolji (bzw. Dolyi in der englischen sowie in der französischen Übersetzung). Weiß jemand wo dieser Ort liegt?

Eintrag 32 vom 09.04.2008 um 16:32:31
Name:Iannis Kalifatidis
Herkunft:Athen, Griechenland

Eintrag 31 vom 23.03.2008 um 20:40:39
Name:distler anton
Herkunft:deutschland/schweiz
Eintrag:eine möglichkeit: sebald nannte sich max bzw. liess sich max nennen, weil er (nicht nur) in memorian max horkheimers und t.w. adornos schrieb und letzterer seinem widerspenstigen freund/genossen das werk "minima moralia" mit: "für max als dank und versprechen" widmete. die namensänderung geht zeitlich mit seinem studium in freiburg i. brsg. und der lektüre der vertreter der frankfurter schule bzw. der kritischen theorie einher. sebald bestimmt sich seinen weg selbst, so der duktus der namensgebung. (ein hinweis zum weiterlesen, falls erlaubt: anton distler: kein verstehen ohne fundamentale ontologie. eine philosophische analyse des werks von w.g. sebald aufgrund der "existentiellen psychoanalyse" jean-paul sartres, königshausen & neumann, würzburg 2008 (druck in vorbereitung)

Eintrag 30 vom 10.03.2008 um 18:36:41
Name:Cornelius Lüttke
Eintrag:Betreff: Auerbach und Aurach
Lieber Herr Wirth,
ich frage mich, wie Sebald auf Max AURACH gekommen sein könnte. Auf den Nachnamen? Als ich neulich durch das Oberpfälzische fuhr, kam ich an Auerbach vorbei und las, in Richtung Weiden, bald ein Ortsschild Aurach. Die Google Map führt allerdings zu einem einzigen Aurach, einem anderen, nur. Leider konnte ich als Beifahrer nicht anhalten und mich weiter vor Ort erkundigen.
Frank Auerbach lebt in London und in Manchester als Max Aurach. Aurach ist, soweit es um die Buchstaben geht, ein verkürzter Auerbach; soweit es um die Orte geht, ein nicht weit von Auerbach entfernter...
Ist über meine Frage bereits diskutiert worden? Oder ist sie sogar ohne weiteres zu beantworten?
In welcher Weise, weiter gefragt, hat sich Frank Auerbach Sebald gegenüber gegen die Verwendung der Übernahme der Zeichnung sowie die Übernahme des Namens in die englische Ausgabe gewehrt? Hat Sebald ihn gefragt? Ist das ggf. dokumentiert? Sind Maler und Schriftsteller je zu einem Austausch zusammengekommen?

Eintrag 29 vom 10.03.2008 um 00:07:30
Name:Thomas Sorgenfrei
Eintrag:Sehr geehrter Herr Wirth,
zwar habe ich erst angefangen, auf Ihrer Seite zu stöbern, an der Oberfläche schabend meine ich aber sagen zu können - WAS FÜR EINE SEITE!!!

Vielen herzlichen Dank dafür. Ich werde sie also wohl ebenso verschlingen, wie ich begonnen habe, die Werke Sebalds zu verschlingen?!
Freundliche Grüße
Thomas Sorgenfrei

Eintrag 28 vom 06.02.2008 um 14:58:43
Name:J. Kaeser
Herkunft:Allgäu
Eintrag:"Max" Sebald,
Sebald mochte insbesondere den Namen Winfried nicht, dies war sein Rufname, warum er sich dann Max nannte, weiß wohl keiner seiner früheren Bekannten, es würde mich selbst interessieren. Dies als Information für Sandra aus Wien, von einem Jugendfreund von Sebald.

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