Sebald-Forum

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Start: 4. September 2006


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Eintrag 46 vom 21.05.2008 um 14:02:12
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Erst einmal herzlichen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, mir zu antworten. Eine ausgesprochen große Hilfe.

Nun gibt es noch eine Sache aus "Nach der Natur":

S. 29

"Denn die sechste
Posaune sei im Schwange und es müsse
der arme Buchstabe ausgelassen werden
aus dem Maul."

Der arme Buchstabe ausgelassen werden aus dem Maul? So etwa wie "so es geht es nicht mehr weiter und man müsste nun endlich die Fäuste heben?"

Eintrag 45 vom 21.05.2008 um 01:27:39
Name:Anon.
Eintrag:Hieratisch heißt lt. Duden priesterlich, heilige Gebräuche oder Heiligtümer betreffend.
"Zu heiligen Gebräuchen bestimmt", "dem Bereich des Heiligen zugehörig", vielleicht sogar schlicht ehrwürdig oder heilig könnten hier sinnvolle Umschreibungen sein.

Eine interessante Webseite zum Antoniter-Kloster und -Spital in Isenheim befindet sich hier:
http://www.joerg-sieger.de/isenheim.htm

Eintrag 44 vom 20.05.2008 um 09:10:56
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Nach der Natur [Fischer, S. 21]

Hat jemand Ahnung, was mit "hieratische Zeugen des Bösen" gemeint ist? Zeugen des Bösen ist klar, aber hieratisch?

"Die Behandlung der bei ihrer Ankunft
im Spital meist halb schon zerstörten
Kranken ging dahin, daß sie
als hieratische Zeugen des Bösen
zuerst vor den Altar im Chorschiff geführt,
auf den Namen Märtyrer Gottes getauft und so,
gewissermaßen und trotz und samt ihrer Perversion
in den Umkreis des Heils eingebracht wurden."

Eintrag 43 vom 07.05.2008 um 10:48:58
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Nach der Natur
Irgendwie erscheint mir, dass hinter "Fungisi" etwas andere steckt als der Plurar von Fungus, der sowieso "Fungi" lautet.

"Eine lange Reihe winziger Schrecken
aus der ersten und zweiten Vergangenheit,
nicht übersetzbar in die gesprochene
Sprache der Gegenwart, bleiben sie
ein lückenhaftes corpus bewacht
von Fungisi und dem Schatten des Wolfs."

Eintrag 42 vom 21.04.2008 um 19:25:49
Name:Arno Nüüm
Eintrag:Nachtrag zum aufgeschwanzt.
Ich habe noch im Küpper, Wörterbuch der deutschen Umgangssprache nachgesehen.
Dort findet man auch die Bedeutung "sich aufputzen, elegant herrichten", "etwas stattlich zurichten" für "aufschwänzeln" und "aufschwanzen".
Die Übersetzung "gaudily dressed" scheint demnach nicht unplausibel, plausibler jedenfalls beim zweiten Nachdenken als eine gekrümmte Haltung wie ein Fisch oder eine Nixe.

Aufschwanzen hat auch die Bedeutung "jemanden antreiben" und "jemanden rügen", aber beides kommt hier wohl nicht in Betracht.

Eintrag 41 vom 21.04.2008 um 19:07:05
Name:Arno Nüüm
Eintrag:Der Satz mit den Astra (Sterne) könnte sich auf einen Traktat des Paracelsus beziehen, siehe
http://preview.tinyurl.com/4w5dnj
(www.zeno.org, da steht der Text)
der so beginnt:
"Wenn nun der Mensch in seiner Zusammensetzung in jeder Hinsicht betrachtet werden soll, so wisset erstlich zu erkennen, wie ihr die corpora des Firmaments im Leibe des Mikrokosmos nach ihrer Statt verstehen sollt. Denn die astra im Leibe haben ihre Eigenschaft, Art, Wesen, Natur, Lauf. Stand, Teil gleich den äußeren, allein in der Form von jenen unterschieden, das ist: in der Substanz. Denn so wie es im Aether ist, so ist es im Mikrokosmos, und in der Natur sind beide ein Ding und ein Wesen."
Also irgendeine frühe medizinische (?) oder philosophische Vorstellung über "innere Gestirne" im Menschen.

Wasser im Leib, Wasser in den Beinen:
Ich glaube auch, dass das mit früher populären Vorstellungen über Herz(?)-Krankheiten zusammenhängt. Wenn das Wasser weiter im Körper steigt, stirbt der Kranke bald.

Eintrag 40 vom 21.04.2008 um 07:48:52
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:NACH DER NATUR (Fortsetzung). Noch 2 Fragen zum Steller/Bering-Teil.

XIV
Im Sterben verlieren die astra
im Leib ihre Eigenschaft, ihre Art, ihre Substanz
und ihr Wesen, denkt Steller, der Arzt,
was tot ist, ist nimmer lebendig.

Was könnte hier mit "astra" gemeint sein? Sowohl in der frz. als auch in der engl. Buchübersetzung ist es als "astra" übernommen worden.

XV
Vier Männer brachten Bering, dem das Wasser
nach und nach bis in den Leib gestiegen war,
auf einem aus Stricken gefertigten Sitz an Land.

Laut dem Wahrig-WB: Wasser in den Beinen, im Leib haben bedeutet krankhafte Wasseransammlung in den Geweben der B., des L.
Könnte es hier zutreffen?

Eintrag 39 vom 14.04.2008 um 22:11:18
Name:Arno Nühm
Eintrag:Adelungs Wörterbuch sieht das genauso wie die Encyclopädie von Krünitz:
"Aufschwänzen, verb. reg. act. den Schwanz in die Höhe binden. Ein Pferd aufschwänzen, in Oberdeutschland aufschweifen. In den Küchen werden die Fische aufgeschwänzet, wenn man sie bey dem Anrichten so zusammen krümmet, daß sie das Maul mit dem Schwanze berühren. Daher die Aufschwänzung."
Also die Nixen-Metapher

Eintrag 38 vom 14.04.2008 um 20:47:24
Name:distler anton
Herkunft:deutschland / schweiz
Eintrag:klar sieht man die nixenmetapher vor augen. hier im bild kann die "flosse" aber auch gut und stimmig die "hand" sein, sagt man auch umgangssprachlich zur hand die flosse (hoch, weg, etc.). das erotisch aufgeladene "aufgeschwanzt" würde ich nicht auf die (bildliche) körperhaltung bezogen lesen, sondern vielmehr als eigenschaftswort bezüglich der emotiven verfasstheit der frau.

Eintrag 37 vom 14.04.2008 um 10:12:48
Name:Iannis Kalifatidis
Eintrag:Ach, und noch was:

In der elektronischen Version der Oeconomischen Encyclopädie von Johann Georg Krünitz wird das Verb "aufschwänzen" foldendermaßen erklärt:

Beide Wortdeutungen sind sehr interessant:

* Aufschwänzen, wird von den Stallknechten die Verrichtung genennet, wenn sie bei garstigem Wetter und Wege, ihren Pferden die Spitze des Schweifes entweder mit diesen Haaren selbst, oder auch wohl nur mit einem kleinen Strohseil in die Höhe vest zusammen binden, damit durch den langen Schweif weder die Pferde, noch vermittelst des Schweifes=Umschlagen das Geschirr so sehr voll Koth beschmieret werden können.
Bei den Köchen heißt Aufschwänzen, wenn sie die Hechte insonderheit, als welche sich am besten darzu schicken, nachdem sie am Bauche aufgeschnitten, und das Eingeweide herausgenommen, gegen den Kopf zu bei den Gräten, auf beiden Seiten aufschlitzen, selbige dermaßen zusammen krümmen, daß sie mit dem Schwanze das Maul berühren, durch welches er oftmahls sogar, gezogen wird; wie sie denn vorher unten den Kopf auch wohl durchschneiden, daß er sich recht breit drücken laße, und in solcher Form den Fisch sieden und auftragen.

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