Sebald-Forum

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Start: 4. September 2006


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Eintrag 79 vom 18.06.2010 um 12:36:25
Name:minna
Herkunft:australien
Eintrag:Nice, but sad, sad, sad. I have a feeling Sebald perhaps would not have liked it that much as he was not that interested in technological gadget.

Eintrag 78 vom 13.06.2010 um 10:04:23
Name:Peter OPberschelp
Herkunft:Bonn
Homepage:http://peteroberschelp.blogspot.com/
Eintrag:Schön zu erleben, wie sich die Seite allmählich wieder aufblättert ähnlich einer Blüte im Morgenschein oder auch, denkt man an San Diego de la Noche, im Licht des Abends.

Eintrag 77 vom 11.04.2010 um 21:15:58
Name:Karl Schreitter
Herkunft:Hamburg
Eintrag:Dringende Anfrage an Sebald-Kenner:
Ringe des Saturn S. 247:
Kennt jemand die Minarette von Khoranan?
Nirgends was zu finden ...
Oder meint er Khorasan aus dem Buch von Thomas Moore?
Vielen Dank
K. Schreitter

Eintrag 76 vom 15.03.2010 um 12:15:20
Name:sebaldian
Herkunft:US
Eintrag:Great!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eintrag 75 vom 02.03.2010 um 21:05:35
Name:P.S.
Herkunft:Nürnberg
Eintrag:Zu "lawn": Fehlerhaft übersetzt ist "Rasen" natürlich nicht, es handelt sich im Gegenteil um ein Homonym, wobei vermutlich die Grünfläche primär war. Der Bezug geht im Kontext von Schwindel. Gefühle auf die am Zugfenster vorbeieilende Winterlandschaft. Homonyme sind für Sebald zentral!

Eintrag 74 vom 16.02.2010 um 19:12:56
Name:N.H.
Herkunft:Köln
Eintrag:(Forts. von Eintrag 79)
Die fehlerhafte Übersetzung ist hier aber sicher nicht unabsichtlich eingesetzt. Erst durch den Übersetzungsfehler wird die zitierte Stelle zu dem Anfang eines Winterlieds. Im Orginal wird das Hausiererlied auf einem Schafschurfest, also wohl im Frühsommer vorgetragen und enthält bis auf das Wort Schnee in der ersten Zeile überhaupt nichts Winterliches. Die Klage des Erzählers bei Sebald, er habe die Fortsetzung dieses Winterlieds nirgends finden können, entbehrt so nicht einer gewissen Komik. Der Verweis in Shakespeare’s Wintermärchen führt außerdem auf den Gauner Autolycos, der sich unmittelbar im Anschluss an sein Lied gröblich über alle die amüsiert, die vom Wahrheitsgehalt seiner Balladen überzeugt sind, nur weil sie in gedruckter Form vorliegen, und das gesamte Wintermärchen mit Böhmens Meeresküste ist ja ein Beispiel für schwindelerregendes Verhältnis zwischen literarischer und profaner Wirklichkeit.
Ob diese so merkwürdig fehlerhaft übersetzte Stelle aus einer Shakespeare-Übersetzung eines Dritten stammt (dann wird der hier von Sebald erbarmungslos vorgeführt), oder ob der Autor selbst diese Übersetzung samt Fehler eingeschmuggelt hat (dann gibt er selbst hier dem Leser wohl bewusst ein Rätsel auf.) , habe ich bisher nicht herausfinden können, ich vermute aber eher, dass letzteres der Fall ist.
Viele Grüße: N. H.

Eintrag 73 vom 16.02.2010 um 19:01:38
Name:N.H.
Herkunft:Köln
Eintrag:Hallo Herr Wirth,
ich bin ebenfalls Laie und Sebald-Leser, ich bin auf ihre bemerkenswerte Seite gestoßen, beim Nachgrübeln über die Winterkönigin in Schwindel, Gefühle.
Zu dem Zitat aus Shakespeare's Wintermärchen möchte ich folgendes anmerken:
Im Original heißt es:
Lawn as white as driven snow;
Cyprus black as e'er was crow;
Gloves as sweet as Damask roses;
Masks for faces and for noses;
[Schwindel.Gefühle S. 291]
Sie geben, bei den Zitaten die Übersetzung von Benda (Leipzig 1825) an:
Schleier, weiß wie frischer Schnee;
Kreppflor, schwärzer als die Kräh';
Handschuh, gleich dem Blumenrasen,
duftend wie Gesicht und Nasen.
Dies ist aber nicht die Übersetzung, die von Sebald „zitiert“ wird. Diese lautet vielmehr:
Rasen weiß verweht vom Schnee,
Schleier schwärzer als die Kräh,
Handschuh weiß wie Rosenblüten,
Masken, das Gesicht zu hüten.
Der Unterschied erscheint mir von Bedeutung. Denn die Sebald’sche Form enthält ja offensichtlich einen groben Fehler:
„Lawn“ wird als „Rasen“ übersetzt, während aus dem Kontext – es handelt sich ja um ein Lied, in dem ein gaunerhafter Hausierer seine Waren anpreist“ , überdeutlich hervorgeht, dass „Lawn“ hier die Bezeichnung für ein Textilgewebe ist.
(Forts. nächster Eintrag!)

Eintrag 72 vom 08.02.2010 um 13:43:58
Name:Jürgen Blasius
Eintrag:Lieber Herr Wirth,
mit der Wendung vom "arsanischen Grauen" hat die Germanistik offenbar seit Längerem ihre Schwierigkeiten - am klarsten eingestanden 2004 von Wolf Wucherpfennig, der die Bedeutung, wie er sagt, nicht habe herausfinden können. Die Bedeutung dieser Wendung liegt jedoch recht offen zu Tage, denn sie entstammt der Begriffswelt der Homöopathie.
Ich weiß nicht, ob diese Wendung Sebalds ein echtes oder ein fingiertes Zitat ist - eines aber scheint mir sicher: Das arsanische Grauen ist, in direktem Bezug zu den einige Seiten zuvor beschriebenen Charakterzügen Gwendolyns, das Klima eines Lebens, das in einem arsanischen oder arsenischen Wesen gefangen ist. Wie die einschlägige Literatur in Fülle zeigt, gehört zur homoöpathischen Lehre der Glaube, dass Arzneien (wie etwa dem Arsenicum album) ein Arzneiwesen eignet, das seine Entsprechung in dem Wesen analog gearteter Menschen findet. Ein Mensch mit arsenischem Wesen weist nun genau jene Züge Charakterzüge und Verhaltensmerkmale auf, wie sie Sebald an Gwendolyn (und auch an ihrem Mann) beschreibt - eine durchgängig so geprägte Existenz ist durchaus etwas "Ungutes", wie Austerlitz sagt, und die Bezeichnung "arsanisches Grauen" trifft diese durch Gefühlskälte und zwanghafte Verhaltensmuster gekennzeichneten Existenzbedingungen in jenem walisischen Predigerhaushalt exakt.
Eine Verbindung zum Element sexuellen Missbrauchs in Susi Bechhöfers Lebensgeschichte zu ziehen, wogegen ohnehin schon Vieles spricht, erscheint mir daher a fortiori nicht angebracht.
Mit freundlichen Grüßen und einem herzlichen Dank für Ihre schöne Website
Jürgen Blasius

Eintrag 71 vom 24.01.2010 um 22:34:45
Name:michael klaner
Homepage:http://www.mklaner.de
Eintrag:spätnächtliches, bei halbmond geschriebenes großes lob für die Bild.Seite "winterkönigin" - hab noch selten so eine seite gesehen, bei der wort und text und bewegtes bild so stimmig sind - fast sitzt man im zug und fährt durchs rheintal - schaut ins buch und liest, und schaut wieder auf und sieht wieder anderes als vorher --- gut!
michael

Eintrag 70 vom 07.01.2010 um 11:07:08
Name:Peter Oberschelp
Herkunft:Bonn
Homepage:http://peteroberschelp.blogspot.com/
Eintrag:Oder, vielleicht etwas arg hintergründig: Fällt der Verdacht vielleicht auf Telemach-Selysses, der ja in die Romana nicht weniger verliebt war? Wahrscheinlicher noch, daß erst der erwachsene Dichter den Gracchus, verkleidet als Hans Schlag, literarisch zum Tode erlöst hat. War Gracchus die offene Wunde der Menschheit, die bislang ihren Tod verhindert hat?

Gruß
Peter O.

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