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Start: 4. September 2006



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Eintrag 78 vom: 08.02.10 um 13:43:58
Name:   Jürgen Blasius

Lieber Herr Wirth,
mit der Wendung vom "arsanischen Grauen" hat die Germanistik offenbar seit Längerem ihre Schwierigkeiten - am klarsten eingestanden 2004 von Wolf Wucherpfennig, der die Bedeutung, wie er sagt, nicht habe herausfinden können. Die Bedeutung dieser Wendung liegt jedoch recht offen zu Tage, denn sie entstammt der Begriffswelt der Homöopathie.
Ich weiß nicht, ob diese Wendung Sebalds ein echtes oder ein fingiertes Zitat ist - eines aber scheint mir sicher: Das arsanische Grauen ist, in direktem Bezug zu den einige Seiten zuvor beschriebenen Charakterzügen Gwendolyns, das Klima eines Lebens, das in einem arsanischen oder arsenischen Wesen gefangen ist. Wie die einschlägige Literatur in Fülle zeigt, gehört zur homoöpathischen Lehre der Glaube, dass Arzneien (wie etwa dem Arsenicum album) ein Arzneiwesen eignet, das seine Entsprechung in dem Wesen analog gearteter Menschen findet. Ein Mensch mit arsenischem Wesen weist nun genau jene Züge Charakterzüge und Verhaltensmerkmale auf, wie sie Sebald an Gwendolyn (und auch an ihrem Mann) beschreibt - eine durchgängig so geprägte Existenz ist durchaus etwas "Ungutes", wie Austerlitz sagt, und die Bezeichnung "arsanisches Grauen" trifft diese durch Gefühlskälte und zwanghafte Verhaltensmuster gekennzeichneten Existenzbedingungen in jenem walisischen Predigerhaushalt exakt.
Eine Verbindung zum Element sexuellen Missbrauchs in Susi Bechhöfers Lebensgeschichte zu ziehen, wogegen ohnehin schon Vieles spricht, erscheint mir daher a fortiori nicht angebracht.
Mit freundlichen Grüßen und einem herzlichen Dank für Ihre schöne Website
Jürgen Blasius



Eintrag 77 vom: 24.01.10 um 22:34:45
Name:   michael klaner
Homepage: Homepage http://www.mklaner.de

spätnächtliches, bei halbmond geschriebenes großes lob für die Bild.Seite "winterkönigin" - hab noch selten so eine seite gesehen, bei der wort und text und bewegtes bild so stimmig sind - fast sitzt man im zug und fährt durchs rheintal - schaut ins buch und liest, und schaut wieder auf und sieht wieder anderes als vorher --- gut!
michael



Eintrag 76 vom: 07.01.10 um 11:07:08
Name:   Peter Oberschelp
Herkunft:   Bonn
Homepage: Homepage http://peteroberschelp.blogspot.com/

Oder, vielleicht etwas arg hintergründig: Fällt der Verdacht vielleicht auf Telemach-Selysses, der ja in die Romana nicht weniger verliebt war? Wahrscheinlicher noch, daß erst der erwachsene Dichter den Gracchus, verkleidet als Hans Schlag, literarisch zum Tode erlöst hat. War Gracchus die offene Wunde der Menschheit, die bislang ihren Tod verhindert hat?

Gruß
Peter O.



Eintrag 75 vom: 05.01.10 um 15:39:36
Name:   Christian W.
Herkunft:   Welt
Homepage: Homepage http://www.wgsebald.de

Hallo Ute,

sind nicht die anderen Bauern und Holzknechte von der Engelwirtschaft verdächtiger? Der Sallaba hat wohl ein Motiv, aber läßt seine Aggressionen doch eher an Sachen (statt am Menschen) aus? Ein spannender Krimi in jedem Fall!

Grüße

Christian W.



Eintrag 74 vom: 05.01.10 um 01:32:18
Name:   Ute
Herkunft:   Europa

Lieber Oberschelp,
lieber Wirth,

Schwindel.Gefühle bekommt der Leser des merckwürdigen Faktums der Liebe, die ihr Ende immer in einer besonders unguten Zeit des Krimiautors und im Mord am Nebenbuhler findet:
Zerstört der Erzähler so seine Illusion von der Liebe, wie der Engelwirt Sallaba, rasend vor Eifersucht, nachdem er erfahren von Romanas Beischlaf unter dem Sternbild des Jägers mit dem toten Jäger vom Gardasee, gebürtig aus Koßgarten am Neckar, die Einrichtung seiner Wirtschaft total zerlegt und den Jäger im Tobel zu Tode stößt?
Stendhal, stets unglücklich verliebt, Bordellstammgast, der Autor, suizidal mit Herbeck durch Klosterneuburg, dann allein durch Verona streifend, pubertär Romana nachsteigend, Dr. K. und Felice und und und ... wie sie denn alle heißen die geträumten sündhaft Geliebten, die Verlobten, sie alle rufen Salome, komm bring ihn herein den Kopf, vom Bader Köpf abgeschnitten, auf silbernem Tablett!
Und moralisch mordet die Gruppe Ludwig: schwule Priester und Huren.
Jeder Buchseite strotzt von erotischen Abartigkeiten, psychiatrischer Diagnose und - falls nicht unheilbar -
dringender Therapie bedürftig.
Ihre - dennoch - treue Sebaldianerin Ute.
Die website ist super!
PS
Der beste Psycho-Krimi, den es gibt ...



Eintrag 73 vom: 03.10.09 um 22:26:33
Name:   BLH
Herkunft:   Deutschland (ursprünglich UK)

Ich war besonders erfreut, eine solche Seite über Max Sebald zu finden. Ich habe selbst Deutsche Literatur in Norwich studiert und dürfte Max Sebald als Professor kennenlernen.
Falls ein Projekt zur Übersetzung dieser Webseite ins Leben gerufen wird, könnte ich als 'native speaker' eventuell behilflich sein.
Viele Grüße
Eine der echten Ausgewanderten



Eintrag 72 vom: 17.09.09 um 14:52:31
Name:   Hagenberg

Dear Mr. Wirth

I want to sincerely compliment you on your Max Sebald site. It's an astonishingly complete and beautiful guide to Sebalds world. Reading about Grünewald in 'After Nature' would be almost impossible without the fine visuals in the site. I do hope that someday someone will complete the site with an English language version.

Sincerely yours,

Henk Hagenberg

PS
In regard to an English version of your site, have you contacted the British Centre for Literary Translation, Sebalds initiative at the University of East Anglia? They may be interested in assisting you.

Please let me know their response.





Eintrag 71 vom: 20.07.09 um 18:31:58
Name:   Christoph Eggers
Herkunft:   Deutschland
E-Mail: E-Mail
Homepage: Homepage http://ce-fotografie.de

Da ich momentan eine Magisterarbeit mit dem Thema "Das Dunkel durchdringen, das uns umgibt - Die Fotografie im Werk des W.G. Sebald" schreibe und von Ihrer genialen Seite schon einige Male profitieren konnte versuche ich nun etwas zurückzugeben :-)

unumgänglich aber in Deutschland weitgehend unbekannt:
- "Searching for Sebald - Photography after W.G. Sebald" Hg. von Lise Patt. Los Angeles 2007 (600 grandiose Seiten)
- und noch eine spannende Internetseite: http://www.nzz.ch/2001/05/07/fe/article77D96.html

Ich hoffe ich konnte Neues beisteuern.
Gruss Christoph



Eintrag 70 vom: 18.06.09 um 21:41:25
Name:   Leser aus
Herkunft:   Schweiz

schreibt:
Gegenwärtig hänge ich am Magneten des Gedichts
'BLESTON' [Über das Land und das Wasser],
in dem mir der Vers
'Derjogt – mit opgekilte schottns'
(in IV Lingua Mortua) die grössten Rätsel aufgibt

Kann ihm jemand helfen?

Christian W.



Eintrag 69 vom: 24.05.09 um 18:20:19
Name:   Wirth
Homepage: Homepage http://www.wgsebald.de

Lieber Dietrich (Eintrag 68),
offensichtlich ist Dir die Vorbemerkung zum Lexikon fiktiver Namen entgangen!
Dennoch Dank und Grüße
Christian




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